Mehr Lust durch Aphrodisiaka? Mythos oder ist was dran?

Das Thema Aphrodisiaka ist praktisch so alt wie die Menschheit selbst. Schon seit Urzeiten suchen Männer und Frauen nach Formen, die Lust zu steigern und mehr Spaß am Sex zu haben. Frauen erhoffen sich, leichter den Orgasmus zu erreichen, Männer wünschen sich längeres Durchhaltevermögen. Vor allem bestimmten Nahrungsmitteln und Gewürzen werden luststeigernde und potenzfördernde Wirkungen nachgesagt. Aber was ist nun tatsächlich dran, an den vielversprechenden Aphrodisiaka?


Woher kommt die Bezeichnung Aphrodisiaka?

Unter Aphrodisiaka versteht man alle natürlichen, aber auch chemischen Substanzen und Mittel, die sich bei Einnahme positiv auf das Sexualleben auswirken sollen.

Der Name kommt aus dem Griechischen, genauer gesagt leitet er sich von dem Namen der griechischen Göttin Aphrodite ab. Ihr zu Ehren wurde im antiken Griechenland das Fest Aphrodisiaka gefeiert. Teil der Festlichkeiten war die Einnahme von Aphrodisiaka, die eine berauschende Wirkung hatten.

Aphrodite galt zunächst als Fruchtbarkeitsgöttin unter den zwölf olympischen Gottheiten. Erst später wurde sie dann zur Göttin der Liebe und der Schönheit erkoren.

Aphrodisiaka sind nicht gleich potenzsteigernde Mittel

Aphrodisiaka sollen die Lust steigern und sollten nicht mit potenzsteigernden Mitteln verwechselt werden. So zählen das bekannte Viagra, Cialis, Levitra und andere Medikamente zur Behandlung von erektiler Dysfunktion nicht als Aphrodisiaka, da sie die Lust nicht steigern, sondern lediglich die Erektion verbessern oder überhaupt erst möglich machen. Männer, die unter Potenzproblemen leiden, empfinden nämlich sehr wohl Lust, können den Geschlechtsverkehr jedoch aufgrund der mangelhaften Erektion nicht oder nur sehr schlecht ausführen.

Das Gleiche gilt auch für natürliche Mittel zur Steigerung der sexuellen Leistungsfähigkeit. In afrikanischen Kulturen wird beispielsweise angenommen, dass das zermahlene Horn der Nashörner die Potenz steigert. Das hat erstmal nichts mit Aphrodisiaka zu tun und steigert nicht etwa die Libido.

Typische Aphrodisiaka

Wie bereits angesprochen werden Aphrodisiaka in allen Kulturen mehr oder weniger stark eingesetzt. Allerdings unterscheiden sich natürlich die Arten der Aphrodisiaka kulturell stark. In vielen Erdteilen waren Menschen seit langer Zeit auf der Suche nach Aphrodisiaka und sind dabei auf verschiedene Arten von Lustbringern gestoßen.

Lebensmittel und Gewürze, die eine Steigerung der Libido verursachen oder zumindest verursachen sollen, enthalten in der Regel spezielle Enzyme, Pheromone oder Endorphine. Aphrodisiaka lassen sich je nach Ursprung in Gruppen aufteilen:

  • Pflanzlicher Ursprung (z.B. Kaffee, Ginseng, Granatapfel, Zimt, Vanille, etc.)
  • Tierischer Ursprung (Moschus, Sahne, Austern, Meeresfrüchte)
  • mineralische Ausgangsstoffe (z.B. Zink)

Wirkung von Aphrodisiaka

Die Geister scheiden sich in Bezug auf die Frage nach der Wirkung der Aphrodisiaka. Kritische Geister gehen vor allem von einem Placebo Effekt aus – der bloße Glaube an die Wirkung würde die angebliche Wirkung verursachen.

Tatsächlich kann eine lustfördernde Wirkung auch schon durch die Umstände der Einnahme der vermeintlichen Aphrodisiaka hervorgerufen werden. Die berühmte Kombination Champagner mit Erdbeeren ist allein einfach schon sinnlich genug. Ebenso geschmolzene Schokolade oder Schlagsahne, vom Bauch der Geliebten abgeleckt regt die Phantasie und somit die Lust an, ganz ohne tatsächlich wirksame Inhaltsstoffe.

Allerdings ist es auch eine Tatsache, dass bestimmte Inhaltsstoffe tatsächlich physiologische Wirkungen haben. Hier einige belegte und wissenschaftlich nachvollziehbare Beispiele:

  • Ginseng hat sowohl beim Mann als auch bei der Frau positive Effekte auf die Geschlechtsorgane
  • Basilikum fördert den Blutfluss in die Sexualorgane
  • Zimt, Vanille, Ingwer, Moschus und Hanf enthalten Pheromone, die als Sexuallockstoff fungieren.
  • Das Muschelfleisch der Austern beinhaltet einen vergleichsweise hohen Anteil von Zink. Dieses steigert nachweislich die Spermienproduktion in den männlichen Hoden und hilft nachgewiesenermaßen auch, die Potenz zu steigern. Bereits Casanova war sich der Legende zufolge der aphrodisierenden Wirkung der Austern bewusst und hat pro Tag bis zu 50 Stück verputzt.

Allerdings wirken Düfte generell, auch wenn sie keine Pheromone enthalten, anregend und bringen uns im wahrsten Sinne des Wortes um den Verstand. Denn Düfte wirken direkt auf den emotionalen Bereich in unserem Gehirn und können beispielsweise schöne Erinnerungen hervorrufen.

Deshalb können Düfte sehr erfolgreich in Form von Parfüms und Massageölen zur Luststeigerung eingesetzt werden. Insbesondere Sandelholz, Moschus, Kardamom und Ylang-Ylang sind sehr geeignet.

Gibt es einen Grund dafür, dass Mutter Natur Aphrodisiaka bereithält?

Die Antwort ist ganz klar: ja. Denn die Natur möchte ja, dass wir uns fortpflanzen und Sex haben. Sie bietet deshalb zahlreiche Optionen an.

Der Gang in die Gewürzabteilung eines gut sortierten Supermarktes, oder besser noch in einen spezialisierten Gewürzladen – je exotischer desto besser – kann also echte Wunder im Bett wirken.

Nicht nur, dass diese Aphrodisiaka tatsächlich wirken können, sie sorgen auch für einen belebenden, aufregenden und exotischen Touch im heimischen Schlafzimmer.

Nicht zu vergessen sind die phallischen Nahrungsmittel, also jene, die in der Form dem männlichen Penis ähneln. Allen voran natürlich der Spargel, der neben seiner eindeutig zweideutigen Form auch tatsächlich den Wasserhaushalt im Körper in Schwung bringt und bereits seit langem in der ayurvedischen Medizin zur Behandlung von Lustmangel genutzt wird.

Tierische Präparate – eine umstrittene Sache

Tierische Präparate sind oft umstritten. entweder aus Gründen des Tier- und Artenschutzes, oder wie im Falle der Spanischen Fliege, weil Giftstoffe enthalten sein können. Dieses Mittel, welches besonders in Europa sehr beliebt ist, beinhaltet den Wirkstoff Cantharidin, der aus dem Körper eines Käfers (Cantharis vesicatoria) gewonnen wird. Allerdings ist dieser Stoff giftig und kann bei Überdosierung oder falscher Zubereitung zu schweren gesundheitlichen Problemen und sogar zum Tod führen.

Allerdings sei nochmals deutlich gesagt, dass Aphrodisiaka nicht gleichzusetzen sind mit potenzsteigernden Mitteln. Präparate aus dem Tierreich sind jedoch eher als Mittel zur Steigerung der Sexuellen Leistungsfähigkeit bekannt.

Nicht nur die oben erwähnte Spanische Fliege, sondern auch das zerstoßene Horn des afrikanischen Nashorns, die Flossen des Haifisches, der Hoden der Tiger und andere abenteuerliche Stoffe sollen sich positiv auf die männliche Potenz auswirken. Im Falle des Pulvers vom Horn des Nashorns geht man vor allem in asiatischen Kulturen davon aus, dass durch die Einnahme der Sexualakt dem der Tiere gleicht – und dieser dauert im Falle des Nashorns oft Stunden.

Solche völlig unbegründeten Annahmen sind diesen Tierarten zum Verhängnis geworden, denn sie werden in manchen Ländern gnadenlos gejagt und getötet.

Alkohol und Drogen als Aphrodisiaka?

Weit verbreitet ist die Verwendung von Alkohol als luststeigerndes Mittel. Allerdings muss deutlich gesagt werden, dass die Wirkung eher darauf beruht, dass die Hemmschwelle heruntergesetzt wird. Schon so manch eine Kneipenbekanntschaft, die mit gemeinsamem Alkoholkonsum startete, endete im Bett. Verständlich, denn die Zunge wird gelockert, Ängste und Unsicherheiten verschwinden und man(n) und Frau werden wagemutiger und abenteuerlustiger.

Allerdings ist auch hinreichend bekannt, dass bei übermäßigem Alkoholgenuss die Erektionsfähigkeit beim Mann und die Orgasmus Fähigkeit bei der Frau sogar abnehmen.

Und dann überwiegen schließlich auch die negativen gesundheitlichen Auswirkungen des Alkohols bei Missbrauch die eventuellen positiven Effekte auf die Lust ganz sicher. Daher sei wirklich nicht zum Alkohol als Aphrodisiaka geraten.

Auch andere Drogen können eventuell helfen, die Hemmungen abzulegen und sich zu entspannen, sind aber mindestens ebenso bedenklich für die Gesundheit, in der Regel illegal und suchtverursachend.

Fazit zu Aphrodisiaka

Aphrodisiaka sollten im Idealfall vor allem Spaß machen und Abwechslung ins Sexleben bringen. Allerdings gibt es den einen Superstoff, der sofort Lust macht nicht. Es ist eher das Spiel mit den Sinnen, das die aphrodisierende Wirkung ausmacht. Probieren Sie aus, was für Sie am besten funktioniert.

Wie überall im Leben, sollte man es jedoch auch hier nicht übertrieben. Zu bedenken sind gerade bei besonders exotischen Nahrungsmitteln oder Gewürzen auch mögliche allergische Reaktionen. Auch verändern einige Nahrungsmittel den Geschmack des Spermas – also Vorsicht mit Knoblauch und Spargel. Ganz abgesehen davon, dass ein Knoblauchkuss die meisten Menschen eher abturnt.

In Sachen Aphrodisiaka sollte man auf keinen Fall ein Wunder erwarten, aber die Sinne werden ganz sicher angenehm angeregt und Spaß und Genuss kommen allemal nicht zu kurz!

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